Businessplan der Vienna Club Commission

Der Business Plan für eine institutionalisierte Vienna Club Commission legt Zielgruppen, Aufgabenbereiche, Angebote, Nutzen und Organisationsmodelle dieser Stelle dar.

Als Service- und Vermittlungsstelle bringt die Vienna Club Commission alle Stakeholder im Feld für innovative, kreative und nachhaltige Lösungen zusammen. Sie wurde seit einiger Zeit von der Szene dringend eingefordert und füllt eine Leerstelle im Serviceangebot der Stadt.

Für Politik und Verwaltung ist die Vienna Club Commission ein zuverlässiger Partner in allen Fragen der Clubkultur. Sie kann in dieser Szene Themen setzen und vermitteln, zudem bietet sie Services, die bislang nicht angeboten werden.

Für Finanzgeber*innen sind Personalentscheidungen und Bestimmung der Leitlinien über eine Steuerungsgruppe garantiert. Für die Clubszene ist die Vienna Club Commission eine unabhängige Instanz, die kompetente Beratung und innovatives Know How bietet sowie Beistand auch in heiklen Fragen. Die Qualität diverser Anträge sowie die Umsetzung von Projekten wird so verbessert.

Dies führt zu einer Entlastung öffentlicher Einrichtungen. Durch Vernetzung von Nachtwirtschaft, Politik, Verwaltung und Expert*innen werden Lösungen gemeinsam umgesetzt. Anrainer*innen und Publikum profitieren ebenfalls vom Know How – z.B. in den Bereichen Schallschutz und Mediation.

Markt und Zielgruppe

Die Nachtwirtschaft erzielt in Wien 1 Milliarde Euro Umsatz pro Jahr, sie hat 4.300 Unternehmen, 24.000 Beschäftigte und entwickelte sich darüber hinaus dynamisch (WKW Wirtschaftskammer Wien – Studie Wiener Nachtwirtschaft). Sie kann Lösungen und Know How der Vienna Club Commission nutzen. Darüber hinaus wurden bisher in Eigenrecherchen über 300 Musikspielstätten identifiziert, von denen rund 100 Orte für Clubkultur im engeren Sinn sowie ca. 150 Veranstalter*innen, die zusätzlich an Letzteren tätig sind. Zur Anzahl der Veranstalter*innen in Musikspielstätten gibt es noch keine belastbaren Zahlen.

Was die Clubs und Veranstalter*innen brauchen, und welche Aufgaben die Vienna Club Commission für diese erfüllen soll, ergab sich in der Bedarfserhebung der Wiener Clubbetreiber*innen und Veranstalter*innen. 

Clubs sind kulturell relevant, ihre Programme werden in Wien gefördert, in Deutschland sind sie als kulturelle Einrichtungen klassifiziert (Deutscher Bundestag – Experten: Clubs sind Kultur- und nicht Vergnügungsstätten). Clubkultur ist für die Attraktivität einer Stadt bedeutsam, sowohl für Bevölkerung, für Menschen hoher Mobilität wie auch im Städtetourismus. In Folge von Covid-19 sind diese Werte ohne weiteres Zutun existenziell gefährdet.

Ziele und Abgrenzung

Die Vienna Club Commission stellt sicher, dass Clubkultur unter kritischen Verhältnissen weiter besteht. Sie bereitet außerdem den Boden, auf dem sie wieder wachsen kann. Dies kommt dem Standort Wien zugute, seiner Diversität und seinen kulturellen Angeboten. Dabei stellen die Kompetenz und das Know How der Vienna Club Commission sicher, dass dafür die ökonomischen, ökologischen und rechtlichen Grundlagen geschaffen werden.

Um diese Ziele zu erreichen, ist ein Bündel von Leistungen vorgesehen. Beratungen, Online-Praxiswissen, Workshops (die teils über Kooperationen mit anderen Stellen der Stadt organisiert werden) sowie ein Expert*innen-Pool stehen allen Musikspielstätten und Veranstalter*innen offen. Forschung sowie internationale Vernetzung stellen ihnen innovative Lösungen bereit. Die Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung schafft günstige Rahmenbedingungen.

Nur die Vienna Club Commission bietet dabei Services für alle Clubs und Veranstalter*innen an und verfügt über Know How aus einer Hand.

Ergebnisse der Erhebungen

Bestehende Services – so das Ergebnis der Erhebung von Wiener Servicestellen im Club- und Veranstaltungskontext – haben ihre Beratungsangebote beschränkt, etwa auf Unternehmen, auf eine geförderte Szene oder auf laufende Genehmigungsverfahren. Workshops werden äußerst selten angeboten.

Know How ist sehr fragmentiert, so finden etwa strukturierte Recherchen zu Lösungsmodellen nicht statt, ein Online-Praxiswissen zu allen Bereichen von Betriebsanlagen steht nicht zur Verfügung, ebenso wenig ein Expert*innen-Pool.

Zudem werden die unterschiedlichen Stakeholder derzeit nicht vernetzt, danach gibt es etwa auf Bezirksebene – so das klare Ergebnis des VCC Bezirksberichts – einen starken Wunsch.

Auch international gibt es bereits in über 60 Städten eine Service- und Vermittlungsstelle für die Club- und Veranstaltungsszene. Der Erhebung der internationalen Servicestellen zeigt dass die wichtigste Aufgabe die Vernetzung zwischen Clubbetreiber*innen, Veranstalter*innen, Politik und Verwaltung ist. 

Die Vienna Club Commission hat sich außerdem in kürzester Zeit als zentraler Medien-Ansprechpartner für soziale, kulturelle und wirtschaftliche Aspekte der Clubkultur etabliert. Das große Medieninteresse zeigt auch hier die große Relevanz des Themas auf. Mit dem öffentlichen Diskurs steigt mittelfristig nicht nur die Akzeptanz der kommunalen Kulturpolitik sondern auch von club-kulturellen Angeboten im Grätzl. Mehr dazu findet sich in der Pressemappe des Pilotprojekts.

Mit dem von der Stadt Wien - MA 7 geförderten Pilotprojekt Vienna Club Commission wurde das Fundament geschaffen, auf dem die Vienna Club Commission effektiv arbeiten kann. Projektmanagement, Customer Relationship Management und Workflows wurden ausgearbeitet und entsprechen dem state of the art.

Der Vienna Club Commission - Businessplan wurde vom Team des Pilotprojekts (Martina Brunner, Laurent Koepp, Stefan Niederwieser) unter redaktioneller Leitung von Stefan Niederwieser ausgearbeitet. Koordinierung und Abnahme erfolgte durch Sabine Reiter, Direktorin von mica - music austria.

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