Das Team vom Pilotprojekt VCC zieht Bilanz

Bécs, Oida! Die Vienna Club Commission wird ausgeschrieben und damit zur ständigen Anlaufstelle für Clubs und alle, die mit Events zu tun haben. Das Pilotprojekt hat dieses Umfeld seit 2020 erstmals breit serviciert.

Das ist nicht selbstverständlich. Die Stadt Wien macht 1,5 Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre (OTS) locker. Damit bekommen alle, die beruflich etwas mit Clubs und Events zu tun haben, Beratung zu rechtlichen Themen, zu Förderungen, Vermarktung, Akustik, Sicherheit uvm. 

Wir vom Pilotprojekt halten das – ja, wir sind befangen – für gut investiertes Geld. Weil es über das Service doppelt und dreifach zurückkommt. Weil Beratungen, Workshops und Know How am Ende des Tages für ein besseres Miteinander in der Stadt sorgen.

Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler hat von Clubs und künstlerisch geprägter Nachtwirtschaft als “kulturelle und soziale Herzschrittmacher von Metropolen“ gesprochen. Auch Finanzstadtrat Peter Hanke und Neos-Clubkultursprecher Markus Ornig sehen in der Vienna Club Commission eine fixe Anlauf- und Servicestelle, die einen wertschätzenden Umgang innerhalb der Clubszene, der Besucher*innen und Anrainer*innen sowie aller Stakeholder*innen fördert.

Die Vienna Club Commission wird ausgeschrieben. Sobald der Gemeinderat das bestätigt, ist auch klar, bis wann man sich dafür bewerben können wird.

Was das Pilotprojekt machen sollte

Das Pilotprojekt zur Vienna Club Commission ist Anfang 2020 angetreten, um eine wissenschaftliche Faktenbasis zu schaffen und eine Organisationsstruktur zu erarbeiten. Dann kam Covid-19. Und Clubs hatten schnelle Unterstützung gebraucht. Deshalb wurde die Arbeit des Pilotprojekts zwei Mal verlängert. Damit konnten die Services und die Vermittlungsarbeit aufrecht erhalten werden, während Clubs geschlossen hatten und um ihr Überleben kämpften.

Dann kam Covid-19

Das Pilotteam hat kostenlos zu Covid-19-Hilfsmaßnahmen beraten, zu Förderungen und Öffnungsverordnungen. Um Clubkultur während der ersten Krisenphase sichtbar zu machen, wurde in Kooperation mit Arte Concert erstmals auch international aus Wiener Clubs gesendet. United We Stream zeigte Artists wie Mavi Phoenix, Rosa Anschütz, Joyce Muniz, Annika Stein, Gerald van der Hint oder Wandl. Dabei gesammelte Spenden flossen zu hundert Prozent in den „Sonderpreis der freien Szene für Clubkultur“.

“Die Club Commission avancierte zur Krisen-Beratungsstelle Nummer eins für Nachtmenschen“ - Amira Ben Saoud, Derstandard

Gleichzeitig wurde erhoben, wie die Szene arbeitet und was die Stadt braucht. Dafür wurde eine Bedarfserhebung der Wiener Clubszene erstellt, außerdem ein Bericht über 22 Servicestellen inklusive möglicher Kooperationen wie auch die Erhebung von internationalen Servicestellen. Es wurden 23 Wiener Bezirksvorsteher*innen befragt. Zeitgleich konnte sich das Pilotprojekt als beratender Vernetzungsknotenpunkt für die Clubszene, Politik und Verwaltung etablieren.

Rat und Tat

Die Clubkulturförderung der Stadt Wien wurde vom Pilotteam proaktiv an die Szene vermittelt. D.h. es wurden über hundert Betreiber*innen individuell angeschrieben oder angerufen. Wenn sie die Förderkriterien erfüllten, wurden sie beraten. Ein besonderer Fokus lag dabei darauf auch migrantische Clubs zu erreichen. Und jetzt kommt’s. Alle Clubs, die nach einer VCC-Beratung eingereicht haben, haben eine Förderzusage erhalten.

Know How steht nun erstmals gebündelt bereit. Dazu zählen Leitfäden, Best Practice Interviews, eine Wissensdatenbank von anderen Institutionen oder ein Glossar. Die Themen reichen von Stadtplanung, öffentlichem Raum, Umgang mit Anrainer*innen, Safer Use bis hin zu Awareness. Ganz besonders stolz sind wir auf den Open-Air-Guide welcher in Kooperation mit der IG Kultur Wien entstanden ist. 136 Seiten voller hübscher Grafiken und smartem Wissen.

Der VCC-Radar bietet eine Übersicht fast aller Wiener Clubs und Musikspielstätten. Er ermöglicht Veranstalter*innen eine passende Location zu finden. 

Enge Vernetzung mit clubkulturellen Akteur*innen wurde durch Workshops u.a. zum neuen Veranstaltungsgesetz, durch Vernetzungstreffen, Fokusgruppen und Podiumsdiskussionen sichergestellt.

Clubkultur ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen

Es wurden auch große Brötchen gebacken. Das Pilotprojekt hat sich auf höchster politischer Ebene vernetzt, sich bei Öffnungsschritten eingebracht und intensiv auf die Notwendigkeit des Fixkostenzuschuss II hingewiesen. Kurzfristige und langfristige Maßnahmen zum Erhalt der Clubkultur wurden mit der Szene ausgearbeitet. Diese wurden an die Politik vermittelt. Mit Magistraten, Ministerien, IGs, Institutionen uvm. kam es zu einem intensiven Austausch. 

Für die Presse war das Pilotprojekt eine neutrale Ansprechperson, um gebündelt Auskunft über die Club- und Veranstaltungslandschaft zu bekommen. Damit ist Clubkultur in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Auch die Kulturstaatssekretärin bezeichnet die Clubszene als wesentlichen Teil der Kulturszene in Österreich.

“Als Bindeglied zwischen Politik und Clubkultur, sowie als aufklärendes und vermittelndes Organ konnte sich VCC bereits bei allen Akteuren des Nachtlebens ein positives Image erarbeiten“ Fabian Petschnig, Warda

Sabine Reiter, Leitung Pilotprojekt, Direktorin mica - music austria, sagt über diese Zeit: „Weite Teile der Szene wurden durch das Pilotprojekt erstmals breit unterstützt. Damit hat sich das Pilotprojekt Vertrauen erarbeitet. Vor allem kann Clubkultur damit in der Stadt besser arbeiten und Utopien schaffen, die so dringend gebraucht werden. Die breite Auffassung des Themas Clubkultur durch die Stadt und die daraus resultierende Finanzierung der neuen Vienna Club Commission durch die Ressorts Wirtschaft, Jugend und Kultur ist sehr zu begrüßen.“

Nicht zuletzt wurde der nationale und internationale Wissensaustausch vorangetrieben. Stadt nach Acht – die international wichtigste Konferenz zum Nachtleben – hat ihre Zusage gegeben, in Kooperation mit der Vienna Club Commission, 2024 nach Wien zu kommen.

Was bleibt, was kommt

Das Pilotteam bedankt sich an dieser Stelle herzlichst bei allen für den vertrauten Austausch und die konstruktive Zusammenarbeit. Zusammen mit Clubbetreiber*innen, Veranstalter*innen, nationalen und internationalen Servicestellen, Politik und Verwaltung und allen Akteur*innen, die das clubkulturelle Leben in der Hauptstadt vorantreiben, wurde das Ziel eine Service- und Anlaufstelle für die Wiener Clubkultur zu haben nun endlich erreicht. 

Darauf, dass sich mehr Menschen impfen lassen, wir dadurch im Herbst weiter feiern können und somit neue Menschen dazu inspirieren, Fuß im Club- und Veranstaltungsbereich fassen zu wollen.

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