FAQs zur Öffnungsverordnung vom 10.06.2021

Clubs dürfen wieder! Bald noch ein bisschen mehr. Was genau, erfahrt ihr hier. Denn ab 10. Juni gilt in Wien die nächste Öffnungsverordnung.

Clubs dürfen wieder ein bisschen mehr. Für Clubs, Bars, Konzerte, Open Airs, etc. sind vor allem zwei Punkte in der Öffnungsverordnung vom 10.06. relevant.

§6 regelt die Auflagen für die Gastronomie.

§13 regelt die Auflagen für „Zusammenkünfte”.

Der Begriff „Veranstaltung“ kommt in der Verordnung nicht vor, sondern ist im Oberbegriff „Zusammenkünfte“ geregelt. Bei Veranstaltungen können unabhängig vom Ort, an dem Sie stattfinden, beide Auflagen zu beachten sein.

  • Die Sperrstunde wird auf 24:00 ausgeweitet.
  • Outdoor dürfen Personengruppen nun aus maximal 16 Personen, indoor aus maximal 8 Personen bestehen. Kinder sind von dieser Regelung ausgenommen.
  • Zwischen Personengruppen muss “nur mehr” ein Mindestabstand von einem Meter eingehalten werden.
  • Im Freien entfällt bei Einhaltung des Mindestabstandes die Maskenpflicht
  • 75 % Auslastung bei Veranstaltungen mit fix zugewiesenen Sitzplätzen

Die neue Öffnungsverordnung gilt von 10.6.2021 bis 30.06.2021.

Ab 01.07.2021 ist also mit neuen Regeln zu rechnen.

Auflagen die bei Veranstaltungen zu beachten sind

Gastronomische Betriebe müssen sich immer an die Regeln für die Gastronomie halten.

Findet in einem gastronomischen Betrieb eine Veranstaltung statt, sind zusätzlich auch die Regeln für Zusammenkünfte zu beachten.

Sobald Speisen und Getränke angeboten werden gelten auch für Open Airs, Off Locations, Galerien, etc. die Regeln für die Gastronomie. 

Die Regeln für Zusammenkünfte gelten immer dann, wenn Personengruppen aus mehreren Haushalten mit über acht Personen in geschlossenen Räumen, und mehr als sechzehn Personen outdoor zusammentreffen, und der Zweck des Zusammentreffens nicht durch einen anderen Teil der Verordnung (Sport, Arbeit, etc.) geregelt ist.
Kinder sind von dieser Regelung ausgenommen.

Werden Speisen und Getränke verabreicht, gelten zusätzlich die Regeln für die Gastronomie.

Auch in der Gastronomie können die Regeln für Zusammenkünfte gelten, wenn Konzerte oder DJ-Sets stattfinden, und die Behörde einen Veranstaltungscharakter feststellt, also quasi alle eure Besucher als “eine” Gruppe wahrnimmt, die sich zu einem gemeinsamen Zweck dort aufhält. 

Letztlich steht dabei die Frage im Vordergrund, ob der Gastronomische- oder der Eventcharakter überwiegt.

Rechtlich ist das ein Graubereich. Die Behörde muss dabei abwägen, ob eure Besucher vorrangig wegen des gastronomischen Angebots oder wegen der Darbietung kommen. 

Bewerbt ihr ein Konzert mit Flyern, Plakaten, etc., oder verkauft Eintrittskarten für ein Event, wird es vermutlich schwierig, der Behörde glaubwürdig zu erklären, dass der gastronomische Charakter im Vordergrund steht.

Wenn jedoch DJs, oder Musiker*innen nur die Atmosphäre mitbestimmen, und euer Publikum sich dazu in kleinen Gruppen unterhält, ist der gastronomische Charakter nicht zwingend gefährdet. 

Mancherorts kolportierte Grenzwerte bezüglich der Lautstärke von Darbietungen wurden auf Anfrage im Ministerium nicht bestätigt. 

Grundsätzliche Regeln die sowohl bei Zusammenkünften wie auch in der Gastronomie gelten

Zusammenkünfte mit mehr als acht Personen aus unterschiedlichen Haushalten, sind grundsätzlich nur zwischen 05:00 und 24:00 erlaubt. Dementsprechend dürfen auch Gastronomie und Veranstaltungen Gäste nur in diesem Zeitrahmen empfangen.

Alle Anwesenden, also Gäste und Mitarbeiter*innen müssen beim Betreten nachweisen dass von ihnen eine „geringe epidemiologische Gefahr“ ausgeht, sie also nachweislich getestet, geimpft oder genesen sind.

Dieser Nachweis muss kontrolliert werden. Beaufsichtigte Schnelltests vor Ort sind in Ausnahmen zulässig, und für die Dauer des Aufenthalts gültig.

Folgende Regeln gelten für die Nachweise:

  • Getestet
    • PCR-Tests (maximal 72 Stunden alt) 
    • Antigen-Tests (maximal 48 Stunden alt) 
    • Antigen-Selbsttests mit digitaler Lösung (maximal 24 Stunden alt)

  • Genesen:
    • Eine ärztliche Bestätigung über eine in den letzten 180 Tagen überstandene Infektion mit SARS-CoV-2, die molekularbiologisch bestätigt wurde.
    • Ein Nachweis über neutralisierende Antikörper, der nicht älter als 90 Tage sein darf, oder ein Absonderungsbescheid, wenn dieser für eine in den letzten sechs Monaten vor der vorgesehenen Testung nachweislich mit SARS-CoV-2  erkrankte Person ausgestellt wurde. 
    • Ein Nachweis über neutralisierende Antikörper, der nicht älter als 90 Tage sein darf. 
  • Geimpft:
    • Nachweis über eine erfolgte Erstimpfung ab dem 22. Tag nach der Erstimpfung, wobei diese nicht länger als 90 Tage zurückliegen darf.
    • Zweitimpfung, wobei die Erstimpfung nicht länger als 270 Tage zurückliegen darf.
    • Impfung ab dem 22. Tag nach der Impfung bei Impfstoffen, bei denen nur eine Impfung vorgesehen ist, wobei diese nicht länger als 270 Tage zurückliegen darf.
    • Impfung, wenn nicht länger als 270 Tage zurückliegt und wenn 21 Tage vor Impfung positiver PCR- Test bzw. vor der Impfung Nachweis neutralisierender Antikörper vorlag.

Die Verordnung teilt eure Gäste in „Besuchergruppen“ ein. 

Zwischen unterschiedlichen “Besuchergruppen” muss ein Abstand von mindestens einem Meter eingehalten werden.

In geschlossenen Räumen dürfen maximal 16 Personen aus unterschiedlichen Haushalten, mit bis zu sechs Kindern eine “Besuchergruppe” bilden.

Im Freien dürfen maximal zehn Personen aus unterschiedlichen Haushalten, mit bis zu zehn Kindern eine “Besuchergruppe” bilden.

Personen, die im selben Haushalt wohnen, dürfen immer eine “Besuchergruppe” bilden.

Betreiber*innen und Veranstalter*innen haben darauf zu achten, dass keine “Besuchergruppen” eingelassen werden, die größer sind.

Zwischen den “Besuchergruppen” sind ein Meter Abstand einzuhalten. Wo das auf Grund der Anordnung der Sitzplätze nicht möglich ist (z.B. in Sitzreihen), ist zumindest zwischen den “Besuchergruppen” ein Sitzplatz freizuhalten.

Besucher*innen dürfen sich nur an zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen aufhalten. 

Diese sind als Mittel zu sehen um als Betreiber*in oder Veranstalter*in zu gewährleisten dass der nötige Mindestabstand zwischen “Besuchergruppen” eingehalten wird.

Ausnahme, siehe Frage 20: Darf ich auch ohne zugewiesene und gekennzeichnete Sitzplätze veranstalten?

In Wien wird die Verordnung so gedeutet, dass freie Platzwahl nicht zulässig ist. Sitzplätze müssen nummeriert sein, und die Gäste beim Eintreten wissen, an welchen Platz sie sich zu begeben haben, um Staus zu vermeiden.

Sind diese Sitzplätze keine “Verabreichungsplätze”, dürfen an ihnen keine Speisen und Getränke verabreicht werden und es gilt in Innenräumen die FFP2-Maskenpflicht.

Dort wo Speisen und Getränke verabreicht werden sollen, gelten bei allen Veranstaltungen die Regeln für die Gastronomie. Speisen und Getränke dürfen nur an sogenannten Verabreichungsplätzen konsumiert werden.

Für diese muss ausnahmslos der Mindestabstand von zwei Metern zwischen “Besuchergruppen” eingehalten werden.

Im Gegensatz zu einfachen Sitzplätzen darf an Verabreichungsplätzen zur Einnahme von Speisen und Getränken die FFP2-Maske abgenommen werden.

In Innenräumen müssen abseits der dafür vorgesehenen Verabreichungsplätze immer FFP2-Masken getragen werden.

Im Freien gilt die Maskenpflicht wenn ein Meter Abstand zu anderen Besucher*innengruppen nicht eingehalten werden kann.

Von Personen die sich voraussichtlich länger als 15 Minuten bei euch aufhalten werden, müssen Vor- und Nachname, Telefonnummer und/oder E-Mail-Adresse und Datum und Uhrzeit des Betretens erhoben werden. Die Daten sind für 28 Tage aufzubewahren und nach Ablauf ausnahmslos zu löschen.

In Gastronomiebetrieben, sowie für Veranstaltungen mit über 50 Teilnehmer*innen, muss ein*e COVID-19 Beauftragte*r bestellt und mit ihm/ihr ein Präventionskonzept ausgearbeitet und umgesetzt werden.
Das Konzept muss bei einer allfälligen Kontrolle jederzeit vorzeigbar sein.

Veranstaltungen mit weniger als 50 Teilnehmer*innen, müssen diese Auflage nicht erfüllen.

Die MA36 hat ein Formular erstellt das auch als Vorlage für die Gastronomie herangezogen werden kann. Es findet sich ganz unten auf dieser Seite.

Auf jeden Fall muss das Konzept folgende Punkte beinhalten:

  • spezifische Hygienemaßnahmen
  • Regelungen zum Verhalten bei Auftreten einer SARS-CoV-2-Infektion
  • Regelungen betreffend die Nutzung sanitärer Einrichtungen
  • gegebenenfalls Regelungen betreffend die Konsumation von Speisen und Getränken 
  • Regelungen zur Steuerung der Personenströme und
  • Regulierung der Anzahl der Personen
  • Regelungen betreffend Entzerrungsmaßnahmen, wie Absperrungen und Bodenmarkierungen
  • Vorgaben zur Schulung der Mitarbeiter in Bezug auf Hygienemaßnahmen und die Durchführung eines SARS-CoV-2-Antigentests

Besondere Regeln für die Gastronomie und Veranstaltungen, bei denen Speisen und Getränke verabreicht werden

Barausschank ist grundsätzlich erlaubt, jedoch müssen geeignete Hygienemassnahmen gesetzt und im COVID-19-Präventionskonzept festgehalten werden.

Die Öffnungsverordnung erwähnt explizit, dass im Ausschankbereich nicht konsumiert werden darf.

Speisen und Getränke dürfen grundsätzlich nur im Sitzen an dafür vorgesehenen Verabreichungsplätzen konsumiert werden.

Diese sind so einzurichten dass der Mindestabstand von ein Meter zwischen den einzelnen “Besuchergruppen” eingehalten werden kann.

Ausgenommen davon sind Imbiss und Gastronomiestände im Freien. Hier darf auch im Stehen konsumiert werden. Ein Meter Abstand zwischen den “Besuchergruppen” sind dennoch einzuhalten.

Die Pflicht zur Einhaltung des Mindestabstandes entfällt, wenn geeignete Trennwände vorhanden sind.

Achtung: Ist kein Mindestabstand von ein Meter zwischen den “Besuchergruppen” möglich (z.B. in Sitzreihen), gelten die Plätze nicht als „Verabreichungsplätze“. Es darf also nicht konsumiert werden, in geschlossenen Räumen gilt an diesen Plätzen zusätzlich FFP2-Maskenpflicht.

Besondere Regeln für Veranstaltungen

Indoor dürfen von nun an mit zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen Veranstaltungen, mit bis zu 1.500 Teilnehmer*innen in geschlossenen Räumen und mit bis zu 3.000 Teilnehmer*innen im Freien, stattfinden. Dabei darf die Anzahl der Besucher*innen, nie mehr als 75% der zugelassenen Kapazität (laut Eignungsfeststellung oder Betriebsanlagengenehmigung) betragen. 

Zusammenkünfte mit 18 - 50 Teilnehmer*innen müssen spätestens eine Woche vor Veranstaltungsbeginn bei der Bezirksverwaltungsbehörde (MA 15) über eine eigens eingerichtete Mailadresse angezeigt werden. Die Behörde muss über diese Veranstaltungen also nur Informiert werden, muss sie aber nicht genehmigen.

Die Anzeige muss folgende Informationen beinhalten:

  • Name und Kontaktdaten des für die Zusammenkunft Verantwortlichen, 
  • Zeit, Dauer und Ort der Zusammenkunft
  • Zweck der Zusammenkunft
  • Anzahl der Teilnehmer.


Veranstaltungen mit über 50 Teilnehmer*innen müssen von der Bezirksverwaltungsbehörde genehmigt werden.

Zuständig ist in diesem Fall die MA 36V die einen eigenen COVID Desk eingerichtet hat. Zu erreichen ist dieser unter Jennifer.nentwig@wien.gv.at oder Lisa.mayer.lm1@wien.gv.at.

Zusätzlich zur Übermittlung der oben genannten Informationen muss dazu ein Covid-19-Beauftrage*r bestellt, und dem Antrag ein Covid-19-Präventionskonzept beigelegt werden. Unter den im vorigen Absatz genannten E-Mailadressen, erhält man zu diesem Zweck ein vorgefertigtes Formulare mit einer Präventionskonzept Checkliste.

Freundlicherweise hat uns die MA 36 erlaubt die nötigen Formulare online zu stellen. Ihr findet sie am Ende dieses Artikels.

Die Behörde hat nach Einlangen drei Wochen Zeit, um über den Antrag zu entscheiden.

Es lohnt sich also rechtzeitig einen Antrag zu stellen.

Achtung: Eine möglicherweise Notwendige Anmeldung oder Anzeige der Veranstaltung bei der MA36 im Sinne des Wiener Veranstaltungsgesetz, ersetzen diese Genehmigungen nicht, sondern sind zusätzlich zu erbringen.

Veranstaltungen mit sechzehn bis fünfzig Teilnehmer*innen sind auch ohne zugewiesene und gekennzeichnete Sitzplätze möglich.

Bei diesen Veranstaltungen dürfen indoor jedoch keine Speisen und Getränke verabreicht werden, outdoor gelten die Regeln für die Gastronomie. 

Zwischen Personen die nicht im gleichen Haushalt leben muss ausnahmslos ein Mindestabstand von einem Meter eingehalten werden, es dürfen also keine Personen aus unterschiedlichen Haushalten “Besuchergruppen” bilden.

Indoor gilt die FFP2 Maskenpflicht.

Die Veranstaltungen unterliegen der Anzeigepflicht.

Gegenüber Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben oder einer anderen “Besuchergruppe” angehören, ist ein Abstand von mindestens ein Meter einzuhalten. Ist die Einhaltung des Mindestabstands auf Grund der Anordnung der Sitzplätze nicht möglich, muss zumindest seitlich ein Sitzplatz zwischen den “Besuchergruppen” freigehalten werden.

Achtung: Wenn weniger als ein Meter Abstand zwischen den Personengruppen eingehalten werden kann, gelten die Plätze nicht als Verabreichungsplätze. Es dürften dann also keine Speisen und Getränke verabreicht werden.

Bei Veranstaltungen gilt in geschlossenen Räumen FFP2-Maskenpflicht.

Ausgenommen davon sind Verabreichungsplätze zum Verzehren von Speisen und Getränken.

Disclaimer

Dieser Leitfaden wurde nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Als rechtliche Grundlage ist dennoch immer die aktuelle Öffnungsverordnung heranzuziehen. Bei offenen Fragen könnt ihr euch jederzeit bei der Vienna Club Commission melden unter info@viennaclubcommission.at 

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