Call For Streams

Vienna Club Commission – Bezirksbericht

Es gibt gute News. Wir haben Streaming Equipment, einen Bezirksbericht und kommende Woche ein Treffen beim Gesundheitsminister.

United We Stream Vienna – Call For Streams

Trotz der Ankündigung letzter Woche, dass die Maskenpflicht in den meisten Bereichen des öffentlichen Lebens mit 15. Juni aufgehoben werden soll, gibt es weiterhin keinen Fahrplan für Clubs. Es sieht noch immer so aus, als wären diesen Sommer Streams die einfachste Art für Akteur*innen der Clubkultur, ein größeres Publikum zu erreichen. Seit dem Start von United We Stream in Wien erreichen uns regelmäßig Anfragen von Menschen, die eine eigene Übertragung senden wollen. Um in der Masse der Streams, die täglich auf unterschiedlichsten Social-Media-Kanälen gesendet werden, nicht unterzugehen, war es uns immer wichtig, dass die Videos gewissen Qualitätsanspruch genügen. Dafür konnten wir eine Lösung finden.

Konkret sollten für United We Stream Vienna in einem Club mit mindestens drei Kameras aufgenommen werden. Für viele stellt das eine nur schwer überwindbare Hürde dar. Zwar verfügt die Szene über unfassbar viel Kreativität und Know-How, es mangelt aber oft an den technischen Mitteln, die Ideen umzusetzen. Nach einigen Wochen der Vorbereitung sind wir nun endlich so weit, diese Hürde tiefer zu legen. Das öffnet die Plattform United We Stream Vienna für mehr Interessierte.

Dank der Unterstützung der Wiener Wirtschaftsagentur können wir Interessent*innen, abhängig von der Lieferzeit, ab etwa Ende des Monats ein vollständiges Streaming Kit mit vier lichtstarken Kameras und einem ATEM mini pro kostenfrei zur Verfügung stellen. Ab sofort können sich interessierte Musiker*innen, DJs, Labels, Clubs und Kollektive mit ihrem Streaming-Konzept bei uns melden.

Da sich schon jetzt reges Interesse abzeichnet, bitten wir um Verständnis, dass wir bei der Auswahl der Streams und beim Verleih eine Auswahl treffen müssen, die die Vielfalt der Wiener Clubkultur in alle Richtungen widerspiegeln soll. Ein PDF mit ausführlichen Informationen zu den Teilnahmebedingungen findet sich hier. (Tobias Kovar)

Von Rudolfscrime über Dö Bling Bling nach Dirty Penzing

Habemus Report. Einen Bezirksbericht genauer gesagt. Martina Kuso hatte sich sehr früh eingebracht, dass sie alle Bezirke abklappern könnte. 23 Bezirke hat sie getroffen, viele noch in echt gemeinsam mit Leuten aus dem Team, manche dann nur mehr am Telefon oder Corona-Style. Bezirke haben im Veranstaltungsbereich einiges mitzureden, sie können Flächen zur Verfügung stellen oder das verunmöglichen, sie können in ihren Kulturkommissionen ein wenig Geld verteilen, sie wissen etwa auch, dass der Pratersauna fast alle Lärmbeschwerden irrtümlich in die Schuhe geschoben werden und die Quelle wo anders sitzt. Alle Ergebnisse durchlaufen nun noch zwei oder drei Runden intern, danach wird der 40-seitige Bericht veröffentlicht – mitsamt hübscher Grafiken und knackigem Layout, das übrigens von Buero Blank kommt. (Stefan Niederwieser)

Mama, schau! Bitte nicht!

ORF. Talk 1. Hauptabendprogramm. Vor zwei Wochen kam das Mail mit der Einladung. Erstes Mal live vor der Kamera. Thema: „Geschlossene Gesellschaft. Welche Zukunft haben Partys, Clubs und Festivals?“ Herr Minister Anschober saß in der Diskussion neben mir. Uff – Nervosität, hallo. Was ich ihm eigentlich gerne gesagt hätte, nachdem das Bild von Clubkultur mit einem Einspieler über eine Autodisco in Oberösterreich doch etwas einseitig dargestellt wurde: „Herr Anschober, Sie sind ein Fan von Sting. Ich auch. Sting hat nicht von Anfang an eine Stadthalle ausverkauft. Neben großen Diskotheken, die natürlich ihre Berechtigung haben, gibt es auch viele Clubs, die ihr Herzblut in kuratiertes Programm stecken. Das sind Orte, an dem große Künstler*innen von Morgen wachsen. Das sind Orte, die eine gesamtgesellschaftliche Relevanz haben – sozial, kulturell und wirtschaftlich. Denn eines ist klar, auch langfristig. Jede Stadt hat eine Clubszene. Jede Clubszene definiert eine Stadt.” Einen nachhaltigen Aspekt hat das Spektakel letztendlich doch: Am 15. Juni nimmt die Vienna Club Commission ein Meeting mit Herrn Minister Anschober wahr, um Lösungsvorschläge für die Clubkultur zu vermitteln. (Martina Brunner)

Kritik am Bund wird in der Szene lauter

Wie geht es weiter? Wann kommt endlich etwas von den versprochenen und dringend benötigten Hilfsfonds? Die Situation für die Nachtgastronomie, Clubs und Konzertlocations bleibt weiterhin sehr angespannt. Die Kritik an den Entscheidungsträgern wird verständlicherweise immer lauter. Auch für Eventausstatter, Licht- und Tontechniker*innen, Möbelaustatter*innen oder Caterer*innen wird es immer brenzliger. Die Liquidität von vielen ist kurz vor dem Ende, ein Ende der Maßnahmen allerdings für viele noch nicht in Sicht. Clubs und Konzertlocations müssen genauso wie die Nachtgastronomie regelmäßig in neue Ausstattung, Technik und Infrastruktur investieren, um wettbewerbsfähig und den Auflagen konform zu bleiben. Die angesparten Reserven werden in der Regel wieder investiert. Teilweise aufsperren macht wenig Sinn für Betriebe, die nicht für Tischbetrieb ausgelegt sind. Hier wird ein Lebensgefühl vermittelt, ein Loslösen vom Alltag, welches nicht durch Stühle mit jeweils einem Meter Abstand ersetzt werden kann, weder vom Erlebnis noch von den Einnahmen. (Laurent Koepp)

Im VCC Blog berichtet die Vienna Club Commission wöchentlich über ihre Arbeit, die damit nachvollziehbarer werden soll. Mehr zur Aufgabe und Arbeit des Pilotprojekts, das durch mica – music austria koordiniert und durch die Stadt Wien Kultur finanziert wird, findet sich hier.