Clubkultur in Wien

Wie viele Clubs gibt es in Wien, wie viele Beschäftigte, in welchen Bezirken findet Clubkultur statt und ist das überhaupt Kultur? Fragen wie diese werden hier beantwortet. Zuletzt hat die Vienna Club Commission dazu auch den Bezirksbericht veröffentlicht. Dieser findet sich hier als PDF.

Kennzahlen und relevanz

Die Nachtwirtschaft erzielt in Wien 1 Milliarde Euro Umsatz, sie hat 4.300 Unternehmen, 24.000 Beschäftigte und entwickelt sich darüber hinaus dynamisch. Sie kann Lösungen und Know How der Vienna Club Commission nutzen. Darüber hinaus wurden bisher in Eigenrecherchen 360 Musikspielstätten identifiziert, 98 Orte für Clubkultur im engeren Sinn sowie 150 Veranstalter*innen, die zusätzlich in Letzteren tätig sind. Zur Anzahl der Veranstalter*innen in Musikspielstätten gibt es noch keine belastbaren Zahlen.

Clubs sind kulturell relevant, ihre Programme werden in Wien gefördert, in Deutschland empfehlen Expert*innen im Bundestag ihre Anerkennung als kulturelle Einrichtungen (Link), in Zürich ist Techno immaterielles Kulturgut (Link).

Clubkultur ist für die Attraktivität einer Stadt sehr bedeutsam, sowohl für Bevölkerung, für Menschen hoher Mobilität wie auch im Städtetourismus. In Folge von Covid-19 sind diese Werte ohne weiteres Zutun existenziell gefährdet.

Bezirksbericht

Zu Beginn des Pilotprojektes hat die Vienna Club Commission eine Erhebung des Nachtlebens in allen Wiener Bezirken vorgenommen. Der Austausch mit den Bezirksvorsteher*innen war entscheidend für die Einschätzung der Situation. Kommunikationsberaterin Martina Kuso hat mittels Interviews und Fragebogen an alle 23 Bezirksvorsteher*innen einen Bezirksbericht für die Vienna Club Commission erstellt. Dieser beschreibt die Situation der Wiener Nachtwirtschaft vor dem Lockdown im März 2020.

Vienna Club Commission: Grafik zu den Bezirken

Der vollständige Vienna Club Commission – Bezirksbericht findet sich hier als PDF.

Aufgaben der vienna club commission

Wien ist eine Musikstadt. In den letzten Jahrzehnten sind entlang zentraler Transportwege viele Clubs entstanden, die Kultur für die Stadt schaffen. Allerdings fehlt oft das Know How, um professionell zu arbeiten, vermeidbare Fehler sind die Folge, teils prekäre Arbeitsverhältnisse, dabei könnten Clubs nachhaltiger und achtsamer im Austausch mit Nachbarn arbeiten. Es fehlen die Plattformen, um sich auszutauschen, sich zu informieren und Wissen zu teilen.

Deshalb kommt es zu Missverständnissen, die das grundsätzliche Einverständnis zwischen Clubs, Politik, Verwaltung und Teilen der Bevölkerung belasten. Das Verständnis für die Werte von Clubkultur ist ausbaufähig.

Wiener Clubkultur steht durch die Notmaßnahmen rund um Covid-19 außerdem vor der größten Herausforderung ihrer Geschichte. Einkünfte brechen vollständig weg, es gibt keine Möglichkeit die Verluste auszugleichen, mitunter können keine Hilfspakete beantragt werden, der Betrieb ist im Vergleich zu anderen Branchen am längsten und weitreichendsten eingeschränkt.

Darüber hinaus führt der Forschungsbericht Clubkultur Wien an: “Schallschutz und Lärm sind demnach die bestimmenden Themen. Beschwerden können den Betrieb so weit einschränken, dass dies existenzbedrohend wird. Beratungen sind nicht treffsicher, gewisse Vorschriften widersprüchlich, zudem arbeiten zahlreiche Menschen in der Clubkultur prekär.”

Die zentralen Probleme von Clubkultur in Wien sind zusammenfassend:

  • Fehlende Bündelung von Know How
  • Fehlendes Verständnis von Politik, Verwaltung und Gesellschaft für Clubkultur
  • Fehlende Einigkeit und Vernetzung der Szene
  • Existenzielle Bedrohung durch Covid-19