Die Clubszene ist ein wesentlicher Teil der Kulturszene in Österreich

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Unser jüngster Blogeintrag handelt von einer Staatssekretärin, einem Minister, der Schweiz und Glücksspiel.

„Die Clubszene ist ein wesentlicher Teil der Kulturszene in Österreich und nicht wegzudenken“, meinte Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer jüngst. Word! Sie wurde im Kulturmontag auf ORF 2 darauf angesprochen, wann Clubs öffnen sollen und welchen Stellenwert sie in der Kulturlandschaft des Landes haben. Nicht im Bild waren diesmal Auto-Diskos, Superstar-DJs und Bumm Bumm. Stattdessen wurde ein sechs-minütiger Beitrag über Clubkultur gesendet, der ein differenziertes Bild zeigte. Das finden wir großartig. Clubkultur wird ernst genommen, vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen, vom Ministerium, von vielen Bewohner*innen dieser Stadt ohnehin.

Minister

Außerdem war die Vienna Club Commission kürzlich im Kunst- und Kulturministerium bei einem Runden Tisch. Dabei wurde einmal mehr die Bedeutung dieser Räume unterstrichen. Eine Anerkennung als Kultureinrichtungen hätte in Österreich einige positive Auswirkungen, etwa auf den Steuersatz für Tickets. Für Kultur-, Sportveranstaltungen und Konzerte gelten 13% Umsatzsteuersatz. Bei einem reinen DJ* Booking erhöht sich dieser allerdings auf 20%. Das muss sich ändern.

Clubs als Kulturstätten. Techno als immaterielles Kulturgut. Da wollen wir hin, oder? Ja, da wollen wir hin.

In Deutschland wurde zuletzt das Konjunkturprogramm #NeustartKultur vorgestellt. Dabei sind 150 Millionen Euro für die privatwirtschaftliche Musikkultur vorgesehen, ein Teil dieser Mittel steht Clubs zur Verfügung. Es geht um eine langfristige Investition, denn jede Stadt hat eine Clubszene und jede Clubszene definiert eine Stadt. Zudem werden Clubs über Jahre hinweg aufgebaut. Da steckt viel Herzblut und Hirnschmalz drinnen, die Menschen dazu bringen, immer wieder denselben Ort bzw. dieselbe Veranstaltungsreihe aufzusuchen. Der nette Spruch „Wenn sich die eine Tür schließt, öffnet sich die andere“ müsste also erweitert werden. Wenn eine Tür sich schließt, öffnet sich eine andere, aber eigentlich sollten wir selbst darüber entscheiden, welche Türen sich öffnen und schließen, und nicht eine Pandemie. (Martina Brunner)

Bedarfserhebung und politische Arbeit

Die Bedarfserhebung für Veranstalter*innen und Betreiber*innen ist draußen! (Bitte checkt eure Spam-Ordner) Mir fällt damit ein Stein vom Herzen. Die Erhebung wurde großmundig angekündigt, musste dann durch Corona um drei Monate verschoben werden, nun aber ist sie endlich draußen. Sie wird hoffentlich zahlreich von euch ausgefüllt. Wer nichts erhalten hat, meldet sich bitte formlos hier. Die Informationen sollen uns nämlich detailliert sagen, was am dringendsten von der Szene benötigt wird, welche Servicestellen bekannt sind, welche weniger. Zusätzlich kümmere ich mich – zusammen mit einigen Akteur*innen aus der Clubkultur und Nachtgastronomie – um politische Arbeit und beantworte Beratungsanfragen. Die Gespräche mit dem Gesundheitsminister verlaufen sehr konstruktiv, nun kommt es auf die Entwicklung der Zahlen an, was von den möglichen Lockerungen tatsächlich in Kraft treten kann. Während in der Schweiz und der Slowakei Clubs teils wieder geöffnet wurden, werden bei uns die Nächte am Donaukanal lauter. Ich hoffe auch Öffnung, denn mir fehlt nichts mehr als die Tanzfläche, das Wummern der Bässe und die ekstatischen Bewegungen der Nachtschwärmer. Hoffentlich bald wieder. (Laurent Koepp)

Glücksspiel

„Hey, könnt ihr uns mitkommunizieren?”, „Wir möchten euch sponsern?”, „Wir haben ein super Desinfektionsmittel, ein Temperaturmessgerät und eine App fürs Contact Tracing, könnt ihr die euren Leuten nicht anbieten?” Das ist alles sehr schön. Aber die Vienna Club Commission braucht erst einmal einen Code Of Conduct für die Zusammenarbeit mit Sponsoren und privaten Anbietern. Den gibt es noch nicht. Eine öffentlich geförderte Stelle trägt hier jedenfalls Verantwortung. Bevorzugung geht nicht. Auf der anderen Seite sind Sponsorings und Kooperationen möglich. Ausgeschlossen sind dabei Glücksspiel und Waffen, bei Alkohol kommt es darauf an. Und generell müssen Vorteile, die man einem Partner gibt, auch für alle anderen gelten. (Stefan Niederwieser)

Im VCC Blog berichtet die Vienna Club Commission wöchentlich über ihre Arbeit, die damit nachvollziehbarer werden soll. Mehr zur Aufgaben und Arbeit des Pilotprojekts, das durch mica – music austria koordiniert und durch die Stadt Wien Kultur finanziert wird, findet sich hier.