Neighbourhoods for All

Westgürtel in Wien startet „Neighbourhoods for All“: Ein kollaboratives Pilotprojekt für mehr Sicherheit im Wiener Nachtleben.

Pressekit Neighbourhoods for All

Die Nighttime Foundation hat gemeinsam mit der Vienna Club Commission (VCC) und SafeNow das Projekt „Neighbourhoods for All“ im Wiener Westgürtel gestartet. Es handelt sich um den ersten stadtweiten Pilot dieser Art, der internationale Forschung zu inklusiven und sicheren Räumen des Nachtlebens in konkrete lokale Praxis übersetzt. Umsetzung und Projektmanagement liegen bei der Nightlife-Forschungsberatung VibeLab.

Ziel ist es, ein übertragbares, evidenzbasiertes Modell für gemeinschaftsgetragene Sicherheit im Nachtleben zu entwickeln, das von anderen Stadtteilen und Städten an ihre jeweiligen Rahmenbedingungen angepasst werden kann. Die an dem Projekt beteiligten Organisationen gehen davon aus, dass potenzielle Konflikte und der Bedarf an polizeilichem Tätigwerden in der Gegend schrittweise reduziert werden können – durch die Stärkung von gemeinschaftlichem Bewusstsein, geteilter Verantwortung und Peer-to-Peer-Unterstützungsstrukturen.

Das Pilotprojekt baut direkt auf der Peer-Learning-Initiative von UN-Habitat auf, die 2024 beim World Urban Forum in Kairo abgeschlossen wurde. Der Westgürtel – mit zahlreichen Clubs, unabhängigen Musikspielstätten und Bars – ist nun weltweit das erste Stadtgebiet, das diese Erkenntnisse in die Praxis umsetzt.

Ein gemeinschaftsorientierter Ansatz für Sicherheit in der Nacht

Neighbourhoods for All konzentriert sich auf Straßen, öffentliche Räume und Nachtlokale entlang des Westgürtels, insbesondere im Abschnitt zwischen Alser Straße (U6) und Thaliastraße (U6). Anstatt sich ausschließlich auf polizeiliche Intervention zu stützen, stellt das Projekt die Erfahrungen von Besucher:innen, Club-Mitarbeitenden, Veranstalter:innen und Awareness-Arbeiter:innen in den Mittelpunkt, um reale Herausforderungen vor Ort zu erfassen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

Von Juni bis November 2026 verbindet das Pilotprojekt datenbasierte Technologie mit einem kollaborativen, gemeinschaftlichen Prozess in drei Handlungsfeldern:

  1. Eine Umfrage zum Sicherheitsgefühl, offen für alle Club-Besuchenden, Personen, die rund um den Westgürtel in Veranstaltungsorten arbeiten, sowie für Anrainer:innen. Diese soll eine Grundlage dafür schaffen, wie sicher sich Menschen in den Veranstaltungsorten und im öffentlichen Raum fühlen – und warum. Die Ergebnisse fließen direkt in die Planung konkreter Verbesserungsmaßnahmen ein. Ergänzend wird ein Vor-Ort-Audit durch Expert:innen für urbane Sicherheit durchgeführt.

  2. SafeNow Zonen
    Ab Juni werden in teilnehmenden Locations sowie im umliegenden öffentlichen Raum sogenannte SafeNow Zonen eingerichtet. Mit der SafeNow App können Gäste und Mitarbeitende per Knopfdruck schnell und diskret das lokale Sicherheitspersonal oder Awareness Team alarmieren. Innerhalb der definierten SafeNow Zonen ermöglicht die App eine metergenaue Ortung – selbst in Gebäuden – und sorgt so für schnelle Hilfe bei Übergriffen, Diskriminierung oder medizinischen Notfällen. Auch außerhalb dieser Zonen bietet die Gruppenfunktion der App Hilfe durch Familie, Freunde oder Kolleg:innen – etwa auf dem Hin- und Heimweg zu und von den Veranstaltungslokalen oder beim sonstigen Flanieren in der Gegend.

    Die Nutzung der SafeNow App ist kostenlos und wird bereits erfolgreich in Stadien, Clubs und Großveranstaltungen eingesetzt, etwa im Allianz Stadion in Wien, auf dem Münchner Oktoberfest oder im Stonewall Inn in New York. Die in Deutschland entwickelte App verarbeitet personenbezogene Daten im Einklang mit den GDPR-Richtlinien.

  3. Onboarding und Sicherheitsschulungen
    Von Mai bis Juli finden Schulungen für das Club-Personal statt, die Themen wie Deeskalation, Harm Reduction und rechtliche Grundlagen abdecken. Die Inhalte basieren auf der Safer Feiern Workshopreihe, die von der Vienna Club Commission initiiert und von den Magistratsabteilungen Frauenservice sowie Bildung und Jugend der Stadt Wien beauftragt und finanziert wurde.

Wie du dich am Projekt beteiligen kannst

Deine Stimme zählt – Mach bei der Umfrage mit

Wenn du Zeit am Gürtel verbringst – beim Ausgehen, bei der Arbeit, als Betreiber:in oder als Anrainer:in – möchten wir deine Perspektive hören. Bitte nimm an unserer kurzen, anonymen Umfrage teil. Dein Feedback fließt direkt in zukünftige Empfehlungen und Maßnahmen ein.

Link zur Umfrage (Deutsch)
Link zur Umfrage (Englisch)

SafeNow App herunterladen

Auch außerhalb von SafeNow Zonen können Nutzer:innen die App weltweit als eigenes, privates Alarmsystem mit Familie und Freund:innenen verwenden. Anders als bei einem Anruf oder einer Nachricht spielt die App einen lauten Ton ab, der sich auch über „Nicht stören“ und den Lautlos-Modus hinwegsetzt. Über eine Million Menschen nutzen SafeNow, um besser aufeinander aufzupassen.

Link zur SafeNow App

Involviere dich in der VCC Fokusgruppe: Neighbourhoods for All

Fokusgruppen Manager:in: Sanad Kteshat (Veranstaltungsreihe: Klub Halal)
Please note: This focus group will be held in English.

How can nightlife and entertainment districts be made safer through better collaboration between clubs, organisers, and the local community – while involving the police less? To explore this, the VCC is launching a pilot project around the Vienna Gürtel, aiming to determine who needs to be involved, when, and in what capacity, as well as which additional safety structures make sense to make both clubbing and the journey to and from the venues safer.

  1. Meet Up (venue operators): Tue., 28.04.26 – 17:00-19:00 @VCC Office
  2. Meet Up (awareness & security): Wed., 29.04.26 – 18:00-20:00 @VCC Office
  3. Meet Up (event organisers): Wed., 29.04.26 – 18:00-20:00 @VCC Office

Sign up for the focus group here.

Hintergrund: Von globaler Forschung zum Wiener Pilotprojekt

2024 veröffentlichten UN-Habitat, UCLG, Habitat Norway und VibeLab die Studie Neighbourhoods for All, eine Peer-Learning-Initiative, die untersucht, wie Städte inklusivere, zugänglichere und sicherere Nachbarschaften gestalten können. In fünf Webinaren tauschten sich Stadtvertreter:innen, zivilgesellschaftliche Akteur:innen sowie Akteur:innen aus der Praxis über konkrete Ansätze zu urbaner Sicherheit, Sicherheit für Frauen, Jugendbeteiligung und Nachtleben-Governance aus.

Verankert in SDG 11 sowie den UN Guidelines on Safer Cities zeigt das Projekt deutlich: Sichere Nachbarschaften entstehen durch Co-Produktion, Wissensaustausch und lokale Verantwortung – nicht durch rein top-down gesteuerte Maßnahmen. Den Abschluss bildete das World Urban Forum in Kairo im Jahr 2024. Mit dem Pilotprojekt in Wien werden diese globalen Erkenntnisse nun erstmals auf Stadtebene praktisch umgesetzt.

Über die Partnerorganisationen

Die Nighttime Foundation fungiert als leitende Organisation des Wiener Pilotprojekts und überträgt internationale Erkenntnisse in die lokale Praxis. Die Vienna Club Commission (VCC) bringt ihre enge Vernetzung mit Veranstaltungsorten, Veranstalter:innen und Awareness-Strukturen rund um den Westgürtel ein. SafeNow stellt die technologische Infrastruktur bereit, um Menschen in Notsituationen per Knopfdruck mit verfügbaren Helfenden zu verbinden. VibeLab verantwortet Forschung und Projektmanagement und bringt umfassende Erfahrung in der Beratung von Städten im Bereich Nachtlebenpolitik ein.


Die Vienna Club Commission befasst sich im
Auftrag der Wiener Geschäftsgruppen:

– Kultur und Wissenschaft
– Finanzen, Wirtschaft, Arbeit
   und 
Internationales
– Bildung, Jugend, Integration
   und Transparenz

Hauptfördergeberin

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